Dankbarkeit

Als ich den gestrigen Beitrag veröffentlicht habe, zeigte sich danach ein Gefühl, bei dem der Eindruck von Unstimmigkeit aufkam – Dankbarkeit. Diese kam nicht zu Wort in meiner Erzählung, was nicht heißt, dass es an dieser mangelt(e). Als ich zu Bett ging, kam mir in den Sinn, darüber noch ein paar Sätze zu schreiben, war in dem Moment aber zu müde, um das noch klar in Worte fassen zu können. Als ich heute Morgen wach wurde, war der Impuls aus ein paar Sätzen einen eigenen Beitrag zu verfassen.

Dankbarkeit ist eine der Grundprinzipien des Herzens, die wir jederzeit zu empfinden fähig sind, wenn wir in unserem Herzen sind und aus diesem heraus wirken und handeln. Im Herzen zu sein ist eine klare und bewusste Entscheidung, der es keiner Worte bedarf. Auch Dankbarkeit braucht keinen Ausspruch, das bedeutet, dass es trotzdem in Worten ausgedrückt werden kann. Wer Dankbarkeit spürt, ist in der Herzebene und kann dies zusätzlich noch als Worte äußern, ist aber nicht davon abhängig, da durch das Gefühl diese bereits ausgesendet wird. Worte drücken im Grunde nur aus, was deine Empfinden unterstreicht. Du kannst diesen eine Stimme geben, bereits gelebte Dankbarkeit benötigt diese jedoch nicht.

Wir sind in einer Gesellschaft groß geworden, in der es zu einem anständigen und wohl erzogenen Benehmen gehört, sich gewählt auszudrücken. Dies ist jedoch keine selbst-bestimmte und vor allem bewusste Entscheidung, sondern eine fremdbestimmte, mit Druck auferlegte Prägung, die unbewusst sich von Generation zu Generation fortführt. Bereits in der frühen Kindheit wird erwartet „Bitte!“ und „Danke!“ zu sagen und baut unweigerlich Druck auf, der unbewusst dem eigenen Verhalten dient, welches überheblich davon ausgegangen, einem Kind vorwegnimmt dies nicht aus sich selbst heraus zu entwickeln. Die Bewusstheit des Herzens ist jedem Menschen innewohnend, wie sehr sich diese jedoch ausprägt, entscheidet jeder auf seinem selbst-gewählten individuellen Weg. Alles was uns begegnet, passiert demnach aus einem bestimmten Grund. So ist jeder Moment eine Botschaft, ob du ihn wahrnimmst oder verurteilst, sagt jedes Mal etwas über dich aus, ändert aber nichts an der Sache an sich.

Ein „Bitte!“ und „Danke!“ zu er-warten, wird exakt das Gegenteil liefern. So sagt jede Erwartung etwas über den jeweiligen Moment aus, der nicht gesehen wird und du bekommst das widergespiegelt, was du gegenwärtig fähig bist dir selbst zu geben. Aus einem Mangeldenken kann keine Fülle hervorkommen, denn du bekommst immer das geliefert, wonach gefragt wurde. Die eigene Unbewusstheit versucht geschickt dies als nicht erwünscht oder danach gefragt darzustellen, um die eigene Unfähigkeit zu rechtfertigen. Ein Freund sagte mir mal: „Was du ins Universum gibst, bekommst du.“ Dankbarkeit ist nicht weit entfernt von Undankbarkeit, beides trennt im Grunde nur der Wille, welchen du im Moment zu empfinden fähig bist. Wird dir also beispielsweise Undankbarkeit durch jemanden oder etwas widergespiegelt, so richtet sich deine Reaktion auf deine eigene Verurteilung dir selbst gegenüber. Ein Spiegel ist nur ein Spiegel, der dem Erkennen des eigenen Verhaltens dient. Wenn du in deinem Badezimmer vor dem Spiegel stehst, wird dieser sich nur so zeigen, wie du hinein siehst. Mit unserer Außenwelt ist es exakt das selbe, nur wird es gerne verkannt, da die Verantwortung „leichter“ abzugeben scheint. Alles kommt jedoch solange wieder zu dir zurück, bis DU es erkannt hast. Jede noch so unbewusste Handlung wird dir in neuen Situationen wieder und wieder begegnen. In jedem allgegenwärtigen Moment entscheidest du dich auf ein Neues ob du bewusst im Herzen wahrnimmst und siehst, wie es ist, oder ob du darauf reagierst und den Kreislauf fortsetzt.

Dankbarkeit für alles zu empfinden, nicht nur die schönen Dinge, ist die natürliche Fähigkeit des Herzens, welches zum Vorschein kommt, sobald du dieses lebst. Es gibt nichts, wofür es sich nicht lohnt dankbar zu sein.

„Sei
der
Mensch,
den
du
 selber
 gern
 treffen

 würdest.“

Alles was ich gegenwärtig erlebe sind Früchte der Dankbarkeit die ich empfinde, dafür braucht es keine Worte, die ich an bestimmte Personen richte, weil sie etwas in mir gesehen haben oder mir etwas ermöglicht haben, denn der größte Schatz der die Summe aus allem bildet ist die Dankbarkeit die ich mir selber gebe.

     

Ich bin Dankbar, hier und jetzt!
Und du?